Besprechungen auf der Baustelle: Arten, Pflichten & Protokolle

Inhaltsverzeichnis:

1. Warum sind Besprechungen für ein Bauprojekt entscheidend?
2. Gibt es verschiedene Arten von Besprechungen?
3. Was zählt zu internen Besprechungen im Bauprojekt?
4. Welche Rolle spielen Besprechungen mit der Geschäftsführung?
5. Warum sind Gespräche mit dem Polier so entscheidend?
6. Wann ist ein Fachplaner einzubeziehen?
7. Gehören Gespräche mit Subunternehmen zu internen Besprechungen?
8. Was ist eine externe Besprechung?
9. Warum sind regelmäßige Jour-Fixe-Besprechungen sinnvoll?
10. Wie sollten Besprechungen vorbereitet werden?
11. Wie läuft eine Besprechung am Bau professionell ab?
12. Wann und wie wird das Protokoll erstellt?
13. Wie sind mündliche Vereinbarungen rechtlich einzuordnen

Besprechungen auf der Baustelle: Arten,
Pflichten, Protokolle – einfach erklärt

Stellen Sie sich Ihren Körper ohne Nervensystem vor. Kein Befehl Ihres Gehirns würde
ankommen. Genau das würde auch passieren, wenn während des Bauprozesses keine
Besprechungen mehr stattfinden würden. Besprechungen sind das Nervensystem einer
Baustelle und sorgen dafür das Weisungen, Informationen und eventuelle
Schwierigkeiten zur richtigen Zeit an dem richtigen Stellen ankommen. Egal, ob offiziell
einberufen oder spontan zwischen Tür und Angel: Wenn gebaut wird, wird gesprochen.
Und zwar viel.

Warum sind Besprechungen für ein Bauprojekt entscheidend?

Auf der Baustelle ist die Besprechung der direkteste Weg, um Dinge zu klären. Man spricht Probleme offen an, trifft Entscheidungen sofort und verhindert, dass sich Verzögerungen einschleichen.

Die Sache hat allerdings einen Haken: Was nur gesagt, aber nicht schriftlich festgehalten wird, ist später kaum noch greifbar. Abmachungen oder Entscheidungen werden im Eifer des Gefechts vergessen – oder werden unterschiedlich interpretiert.

Deshalb sollten die wichtigsten Punkte einer Besprechung immer schriftlich festgehalten werden.

Gibt es verschiedene Arten von Besprechungen?

Tatsächlich unterschiedet man zwischen interner und externer Besprechung. Das ist wichtig, denn die Art der Besprechung wirkt sich direkt auf die Dokumentationspflicht, Verantwortlichkeiten und die rechtliche Relevanz aus.

Was zählt zu internen Besprechungen im Bauprojekt?

Interne Besprechungen sind alle Gespräche, die ausschließlich den Auftragnehmer betreffen. Der Auftraggeber, seine Vertreter oder Erfüllungsgehilfen sind nicht anwesend. Typische interne Besprechungen sind Gespräche innerhalb des Unternehmens, auf der Baustelle oder im Baubüro.

Die Dokumentation ist hier nur in dem Umfang erforderlich, wie sie intern vorgeschrieben ist oder der Erinnerung dient. Dennoch haben interne Besprechungen hohe praktische Bedeutung – vor allem für Steuerung, Kontrolle und Vorbereitung externer Termine.

Welche Rolle spielen Besprechungen mit der Geschäftsführung?

Gespräche mit der eigenen Geschäftsführung oder mit Vorgesetzten dienen der Informationsweitergabe sowie der Kontrolle und Prüfung des Baustellengeschehens. Bei Bedarf können weitere Mitarbeiter wie Kalkulatoren oder Juristen eingebunden werden.

Diese Besprechungen eröffnen dem Bauleiter die Möglichkeit, den weiteren Bauablauf strategisch zu betrachten. Erfahrungen aus anderen Baustellen, alternative Abläufe oder der Einsatz freier Geräte und Subunternehmen können hier sinnvoll diskutiert werden.

Warum sind Gespräche mit dem Polier so entscheidend?

Gespräche mit Polieren und gewerblichen Mitarbeitern haben für den Bauleiter besondere Bedeutung. Über sie erhält er Informationen zu ausgeführten Arbeiten, auftretenden Problemen und absehbaren Änderungen.

Der Polier fungiert als Bindeglied zwischen Bauleitung und gewerblichem Personal. Er verteilt die Arbeit, überwacht die Ausführung und sorgt für die operative Umsetzung. Regelmäßige Abstimmungen mit dem Polier sind deshalb ein zentraler Bestandteil der internen Kommunikation auf der Baustelle.

Wann ist ein Fachplaner einzubeziehen?

Reichen Fachkenntnisse oder zeitliche Ressourcen des Bauleiters nicht aus, um Planung und Ausführung sicher und mangelfrei zu gewährleisten, sollte ein Fachplaner mit einbezogen werden.

Häufig betreffen diese Abstimmungen spezielle Details, die Auswirkungen auf Bauausführung oder Materialdisposition haben können oder andere Planungsbereiche beeinflussen. Aufgabe des Bauleiters ist es, den Fachplaner umfassend zu informieren, damit Schnittstellen zwischen Planung und Ausführung reibungslos funktionieren.

Ist der Fachplaner ein Mitarbeiter des eigenen Unternehmens, sollte ein Protokoll erstellt werden. Handelt es sich um ein externes Ingenieurbüro, gelten die Regeln für externe Besprechungen.

Gehören Gespräche mit Subunternehmen zu internen Besprechungen?

Unterredungen mit eigenen Subunternehmen zählen zu baustelleninternen Besprechungen. In der Regel dienen sie der Koordination der Arbeitsabläufe und der Klärung von Ausführungsdetails.

Solange keine vertraglichen Änderungen, Fristsetzungen oder Mängel thematisiert werden, ist keine Dokumentation erforderlich. Sobald jedoch vertragsrelevante Inhalte betroffen sind, müssen diese Gespräche protokolliert werden.

Was ist eine externe Besprechung?

Von einer externen Besprechung externen Besprechung spricht man immer dann, wenn nicht nur das eigene Team zusammensitzt, sondern auch der Auftraggeber selbst oder jemand, der für ihn Entscheidungen treffen oder Aufgaben übernehmen darf.

Das können zum Beispiel Projektsteuerer, Architekt:innen oder Planer:innen sein. Sie handeln im Auftrag des Auftraggebers und vertreten seine Interessen – auch wenn sie nicht direkt bei ihm angestellt sind. Solche Personen nennt man fachlich Erfüllungsgehilfen.

Gut zu wissen: Jede externe Besprechung muss dokumentiert werden. Immer. Ob etwas wichtig ist, zeigt sich oft erst später, deshalb sollte man nie davon ausgehen, dass es „lediglich“ um etwas „organisatorisches“ oder etwas „vermeintlich unwichtiges“ geht. Immer alles dokumentieren – ohne vorher auszusortieren.

Warum sind regelmäßige Jour-Fixe-Besprechungen sinnvoll?

Auf der Baustelle läuft selten alles exakt nach Plan. Genau deshalb sind regelmäßige Jour-Fixe-Besprechungen so wertvoll. Sie bringen alle Beteiligten regelmäßig an einen Tisch.

Ein Jour Fixe findet meist zu einem fixen Zeitpunkt an einem festen Wochentag statt. In intensiven Bauphasen können sie häufiger und in ruhigeren Abschnitten seltener stattfinden. Der Rhythmus passt sich dem Baufortschritt an.

Auch hier gilt: Jedes Jour Fixe braucht ein Protokoll, in dem die wesentlichen Ergebnisse, Entscheidungen und To-dos festgehalten werden. Das sorgt für Klarheit, Verbindlichkeit und spätere Nachvollziehbarkeit.

Jour Fixe sind aber nicht nur Problemlösungsrunden. Sie dienen auch dazu, den Baufortschritt transparent zu machen. Wird der Auftraggeber regelmäßig eingebunden, entsteht meist ein besseres Verständnis für Abläufe, Abhängigkeiten und Entscheidungen. Das führt in der Praxis häufig zu kooperativeren Lösungen – und ganz konkret zu weniger Diskussionen und weniger Mängelrügen bei der Abnahme.

Wie sollten Besprechungen vorbereitet werden?

Besprechungen werden in der Praxis leider zu häufig nicht ausreichend vorbereitet, was sie ineffizient macht und verbindliche Ergebnisse oft verhindert. Der Bauleiter sollte daher die Initiative ergreifen und das Programm der Besprechung gestalten.

Für geplante Besprechungen wird nach Terminvereinbarung eine Einladung versendet. Diese enthält Termin, Programm und Teilnehmer. Dadurch wird sichergestellt, dass entscheidungsrelevante Personen anwesend sind und sich vorbereiten können.

Die Vorbereitung richtet sich nach den Inhalten. Kleinere Punkte können durch Notizen vorbereitet werden, größere Problembereiche durch Tischvorlagen mit den wesentlichen Unterlagen. Die Tischvorlage sollte so gestaltet sein, dass die Inhalte schnell erfasst werden können.

Wie läuft eine Besprechung am Bau professionell ab?

  1. Begrüßung & Führung klären
    Der einladende Bauleiter eröffnet die Besprechung und macht klar: Er leitet das
    Gespräch.
  2. Tagesordnung vorstellen
    Die Punkte werden zu Beginn kurz vorgestellt, damit alle wissen, worum es geht
    und was erwartet wird.
  3. Protokoll ankündigen
    Gleich am Anfang wird gesagt, dass ein Protokoll geführt wird – das schafft
    Verbindlichkeit und Fokus.
  4. Themen strukturiert abarbeiten
    Jeder Punkt wird nacheinander behandelt. Abschweifungen werden bewusst
    gestoppt, damit das Gespräch zielgerichtet bleibt.
  5. Ergebnisse im Blick behalten
    Der Bauleiter achtet darauf, dass zu jedem Thema eine klare Entscheidung oder
    ein nächster Schritt festgelegt wird.
  6. Wesentliches festhalten
    Während der Besprechung werden Kernaussagen, Zwischenergebnisse und
    Entscheidungen notiert.
  7. Keine Entscheidung? Auch das Dokumentieren
    Wird zu einem Punkt kein Ergebnis erzielt, wird das klar festgehalten – inklusive
    Begründung.
  8. Ergebnis wiederholen
    Am Ende jedes Tagesordnungspunktes wird das Ergebnis noch einmal
    zusammengefasst, um Missverständnisse zu vermeiden.

Wann und wie wird das Protokoll erstellt?

Das Protokoll wird gleich nach der Besprechung  vom Bauleiter erstellt. Je schneller es verschickt wird, desto geringer ist die Gefahr von Missverständnissen oder späteren Einwänden. Aus dem Begleitschreiben soll klar hervorgehen, bis wann Rückmeldungen oder ein Einspruch möglich sind.

Im Protokoll sollten auch alle To-do‘s festgehalten werden, damit auch wirklich jeder weiß, was er zu tun hat. Kann der Auftraggeber an der Besprechung nicht teilnehmen, bekommt er das Protokoll natürlich ebenfalls.

Geht es um heikle Themen, sollte das Protokoll sofort geschrieben und von allen Besprechungsteilnehmern unterschrieben werden.

Wie sind mündliche Vereinbarungen rechtlich einzuordnen

Grundsätzlich gilt: Auch mündliche Vereinbarungen sind rechtlich bindend. Sie haben denselben Stellenwert wie schriftliche Abmachungen.

Das Problem zeigt sich erst im Streitfall, denn dort steht dann „Aussage gegen Aussage“.

Deshalb ist es sinnvoll, mündliche Vereinbarungen sofort schriftlich festzuhalten. sofort schriftlich festzuhalten. In der Praxis bewährt sich dafür ein Bestätigungsschreiben. Dieses Schreiben sollte alles Besprochene zusammenfassen und direkt nach der Besprechung an alle Beteiligten versendet werden.

Reagiert die Gegenseite nicht oder widerspricht nicht, kann das Schreiben im Streitfall als wichtiger Beleg dafür dienen, was tatsächlich vereinbart wurde.

Fazit

Besprechungen dienen letztlich nur einem Zweck: der Abwicklung der Baumaßnahme. Sie entscheiden darüber, ob Probleme früh gelöst oder spät eskalieren. Wer Besprechungen strukturiert vorbereitet, konsequent dokumentiert und klar führt, schafft Verbindlichkeit – und genau das ist auf der Baustelle entscheidend.

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