Thyssenkrupp: Verschlankung des Konzerns und neues Werk in Ungarn

Thyssenkrupp Entwicklungen: Das geplante Joint Venture mit Tata Steel wurde nun endgültig von der EU-Kommission untersagt. Der Zusammenschluss hätte einen Preisanstieg einiger Stahlsorten sowie eine Einschränkung des Wettbewerbs für andere Hersteller bedeutet. Nun sollen dem Unternehmen verschiedene neue Maßnahmen aus der Stahlkrise helfen.

Neues Autozuliefererwerk in Ungarn um 50 Millionen Euro

Thyssenkrupp plant in der ungarischen Stadt Pécs ein neues Zuliefererwerk zu errichten, um dort u. a. Bauteile für Elektromotoren herzustellen und damit erstmals Komponenten für Elektromotoren außerhalb Deutschlands produzieren zu können. Der Konzern beschäftigt in Ungarn schon ca. 2000 Mitarbeiter an sechs Standorten. Ende 2020 sollen aus dem neuen Werk schon die ersten Lieferungen ausgehen.

Andreas Goss und Heribert Fischer mussten gehen

Obwohl Stahl-Chef Goss bei einer erfolgreichen Fusion mit Tata Steel der Chef des Gemeinschaftsunternehmen werden sollte, verlässt er nun ebenso wie Stahlvorstand Heribert Fischer den Konzern. Als Chief Operating Officer ist Bernhard Osburg dazugekommen. Insgesamt verkleinert man Vorstand auf vier Mitglieder.

Thyssenkrupp Stellenabbau Stahlkrise

Thyssenkrupp: Abbau von weiteren 6000 Stellen geplant

In den nächsten Jahren will Thyssenkrupp 6000 Arbeitsplätze abbauen, 4000 davon alleine in Deutschland. Ebenfalls spekuliert man über mögliche Schließungen von einzelnen Standorten. Vorsitzender des Vorstands und Geschäftsführer Guido Kerkhoff steht unter dem Druck den Konzern nach der seit Jahren andauernden Stahlkrise wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. In seinen neuesten Plänen ist eine ähnliche Strategie erkennbar, wie sie Siemens schon seit Jahren verfolgt: Die Umwandlung des Betriebes in selbstständigere Gesellschaften, um eine mögliche Abspaltung oder einen Verkauf zu erleichtern. Ebenfalls will man die Aufzugssparte teilweise an die Börse bringen. Für andere Sparten will man Partner ins Boot holen, um Kosten zu senken.

Gespräche über Kauf des Stahlhändlers Klöckner & Co. (Klöco)

Kerkhoff plant einen Teil der Einnahmen aus dem geplanten Börsengang der Aufzugssparte in die Stärkung der Handelssparte Material Services zu investieren. Erste Gespräche mit Gisbert Rühl, Vorstandschef von Klöco über eine mögliche Fusion sollen schon laufen. Denn durch einen Zusammenschluss könnten der Umsatz der Handelsdivision von Thyssenkrupp auf etwa 21,5 Milliarden Euro erhöht und die Rendite gesteigert werden. Falls der Kauf von Klöco nicht zustande kommt, will der Thyssenkrupp trotzdem mit dem Kauf anderer kleinerer Händler sein Handelsnetz ausbauen.

Hier finden Sie einen Überblick über frühere Entwicklungen bei Thyssenkrupp.

 

 

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