Arbeitsvorbereitung am Bau: Die Entscheidung über Erfolg oder Misserfolg
Inhaltsverzeichnis
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- Was ist der erste Schritt in der Arbeitsvorbereitung einer Baustelle?
- Was beeinflusst die persönliche Arbeitsplanung des Bauleiters?
- Warum müssen die Vertragsunterlagen vom Bauleiter genauestens geprüft werden?
- Warum hat die VOB/C Einfluss auf die Kosten?
- Warum ist die Ortsbesichtigung des Baufeldes ein zentraler Schritt der Arbeitsvorbereitung?
- Müssen auch technische Voraussetzungen in der Arbeitsvorbereitung geprüft werden?
- Welche Rolle spielt der Bauzeitenplan in der Arbeitsvorbereitung?
- Wie werden Kapazitäten und Arbeitskalkulation aus der Arbeitsvorbereitung abgeleitet?
- Warum entscheidet die Arbeitsvorbereitung über Erfolg und Misserfolg eines Bauprojekts?
Bevor der erste Spatenstich getan, Material geliefert und die ersten Bauarbeiter die Baustelle betreten, sind die entscheidenden Momente bereits vorbei. Diese Momente finden in der Arbeitsvorbereitung statt.
Die Arbeitsvorbereitung beinhaltet die gezielte Planung der Bauarbeiten. Sie muss alle beteiligten Parteien koordinieren und die Basis für einen geordneten Bauablauf schaffen. Was in dieser Phase übersehen oder nicht bedacht wird, taucht meist später als Problem auf der Baustelle wieder auf.
Was ist der erste Schritt in der Arbeitsvorbereitung einer Baustelle?
Die Arbeitsvorbereitung beginnt mit der Übernahme des Bauauftrags. Dabei erhält der Bauleiter die Projektunterlagen, die er im Übergabegespräch übernimmt und prüft.
Danach ist der Bauleiter die zentrale Steuerungsfigur, der die Verantwortung für das Projekt trägt. Sein erster Schritt ist das Durcharbeiten der Unterlagen, das Zusammenstellen ergänzender Informationen und das Festlegen der zu erbringenden Leistungen. Er muss das Bauprojekt vom Spatenstich bis zur Abnahme verstehen.
Was beeinflusst die persönliche Arbeitsplanung des Bauleiters?
Die Arbeitsvorbereitung erfolgt selten nach einem starren Schema. Ein erfahrener Bauleiter weiß, dass jedes Projekt unter anderen Voraussetzungen startet. Ziel ist es, alle notwendigen Schritte und Aufgaben zu erkennen und daraus eine persönliche Arbeitsplanung zu erstellen.
Hier gibt es einige Planungsfaktoren, die die Rahmenbedingungen vorgeben. Beispielsweise:
- die zeitlichen Vorgaben aus dem Vertrag (Baubeginn, Abnahme etc.),
- fachliche Kompetenzen,
- Personalkapazität.
- Außerdem muss entschieden werden, ob Unterstützung durch einen Fachplaner oder Subunternehmen erforderlich ist.
Warum müssen die Vertragsunterlagen vom Bauleiter genauestens geprüft werden?
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Arbeitsvorbereitung für das Bauprojekt ist die Prüfung der Vertragsunterlagen. Im Vertrag ist genau festgehalten, was gebaut wird, zudem sind die Verantwortlichkeiten, Fristen und Kosten darin aufgelistet und geregelt.
Ein Bauleiter muss bei dieser Prüfung feststellen, ob im Vertrag Rahmenbedingungen von der VOB/B abweichen.
Beispielsweise bei der
- Anmeldung von Mehrleistungen, den Fristen,
- die Form des Schriftverkehrs,
- aber auch Änderungen von Verantwortlichkeiten in der Planung.
Deshalb ist es sinnvoll, bereits in der Arbeitsvorbereitung den notwendigen Schriftverkehr vorzubereiten und wichtige Vertragspunkte in einer Checkliste festzuhalten.
Wird das versäumt, fehlt später häufig nicht nur die Zeit, sondern auch die rechtliche Grundlage, um Ansprüche geltend zu machen. Was im Vertrag übersehen wurde, lässt sich im Bauablauf nur schwer nachholen.
Warum hat die VOB/C Einfluss auf die Kosten?
Wurde die Gültigkeit der VOB/B vereinbart, gilt auch ganz automatisch immer die VOB/C. Die VOB/C regelt auch die Arten von Leistungen – Nebenleistungen und besondere Leistungen.
- Nebenleistungen sind Arbeiten, die der Auftragnehmer ohne besondere Vergütung mit ausführen muss. Sie gelten als im Vertragspreis enthalten.
- Besondere Leistungen hingegen sind nicht im Preis enthalten. Für sie erhält der Auftragnehmer eine gesonderte Vergütung.
Der Bauleiter sollte sich also immer auch die Mühe machen und den Katalog der besonderen Leistungen durchzusehen, das ermöglicht die Ankündigung von Mehrkosten.
Warum ist die Ortsbesichtigung des Baufeldes ein zentraler Schritt der Arbeitsvorbereitung?
Nach der Prüfung von Verträgen und Leistungen folgt der Schritt, bei dem Theorie und Praxis aufeinandertreffen: die Ortsbesichtigung des Baufeldes. Sie ist der Moment, in dem geprüft wird, ob die im Vertrag angegebenen Rahmenbedingungen vor Ort vorliegen.
Dort muss sich der Bauleiter einen Überblick über die Gegebenheiten der Infrastruktur, des Geländes und eventuellen Besonderheiten des Baufeldes verschaffen. Weiters muss er prüfen, ob vereinbarte Vorleistungen ausgeführt wurden. Es handelt sich hier um einen Realitätscheck. Denn nur was wirklich angesehen und bewertet wurde, kann auch exakt geplant werden.
Tut man es nicht, ist Vorsicht geboten. Dann steht häufig im Vertrag trotzdem drin, dass das Baugrundstück besichtigt wurde. Diese Klausel soll spätere Ansprüche ausschließen. Weichen die Gegebenheiten am Baufeld jedoch dann von dem ab was vereinbart wurde, muss geprüft werden, ob diese Abweichung vor Vertragsabschluss überhaupt erkennbar war.
Die Ortsbesichtigung sollte ein fixer Bestandteil der Arbeitsvorbereitung sein, oft verhindert das, spätere Streitigkeiten.
Müssen auch technische Voraussetzungen in der Arbeitsvorbereitung geprüft werden?
Zu den technischen Voraussetzungen gehören funktionierende Ver- und Entsorgungsstrukturen. Dazu zählen Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse. Die müssen vorbereitet und beantragt werden.
Der Bauleiter muss in der Arbeitsvorbereitung prüfen, ob die Anschlüsse auf der Baustelle sinnvoll geplant sind. Ihre Lage entscheidet auch darüber, ob die Arbeiten problemlos anlaufen können. Gerade bei Wasser kann ein Planungsfehler den Baustart verzögern oder gar blockieren.
Welche Rolle spielt der Bauzeitenplan in der Arbeitsvorbereitung?
Der zeitliche Rahmen eines Bauprojekts ist meist bereits bei Vertragsabschluss festgelegt. Der Bauablauf ist darin in einem eher groben Terminplan aufgeführt.
Der Plan zeigt nicht nur, wann welche Bauarbeiten stattfinden, sondern auch, zu welchen Zeitpunkten der Auftraggeber aktiv werden muss, zum Beispiel durch Freigaben, Entscheidungen oder Bereitstellungen.
WICHTIG: Ein im Vertrag genannter Fertigstellungstermin ist verbindlich.
Aus diesem großen Terminplan entwickelt der Bauleiter in der Arbeitsvorbereitung einen detaillierten Bauzeitenplan. Um die einzelnen Arbeitsschritte zeitlich exakt zu koordinieren und mit korrekten Start- und Endterminen versehen zu können, müssen vorab Fragen geklärt werden. Beispielsweise:
- Welche Maschinen stehen zur Verfügung?
- Wie viele Fachkräfte sind da?
- Und können diese gleichzeitig oder nur nacheinander eingesetzt werden?
Wie werden Kapazitäten und Arbeitskalkulation aus der Arbeitsvorbereitung abgeleitet?
Ausgangspunkt ist der Bauzeitenplan. Er zeigt, wann welche Arbeiten stattfinden sollen. Daraus lässt sich ableiten, wie viele Arbeitskräfte und Maschinen in den einzelnen Bauphasen gebraucht werden.
Um das zu berechnen, werden Aufwandswerte, Leistungswerte, Massenangaben und feste Termine zusammen betrachtet. So entsteht eine konkrete Arbeitskalkulation, die zeigt, ob der Plan mit den vorhandenen Mitteln realistisch ist.
Wird diese Kalkulation mit dem Bauzeitenplan abgeglichen, lassen sich Abläufe oft noch effizienter organisieren. Zeit, Kosten und Organisation hängen dabei direkt zusammen: Ändert sich eines, verändert sich automatisch auch das andere.
Reichen die eigenen Kapazitäten nicht aus, müssen zusätzliche Arbeitskräfte oder Maschinen eingeplant werden, zum Beispiel über Subunternehmen oder angemietete Geräte.
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Fazit: Warum Arbeitsvorbereitung über Erfolg und Misserfolg entscheidet
Arbeitsvorbereitung sieht man auf der Baustelle nicht – ihre Folgen aber sehr wohl. Sie sorgt dafür, dass klar ist, wer was wann macht, was möglich ist und wo Grenzen liegen.
Wird hier sorgfältig gearbeitet, entstehen weniger Überraschungen, weniger Diskussionen und weniger Verzögerungen.